Feiner Hopfen in Kalifornien

Liebe Craft-Community,

es ist wieder soweit, ich bin mal wieder auf einem längeren Auslandtrip unterwegs: In den kommenden vier Wochen werdet ihr nur wenig von mir hören. Ziel meines Roadtrips ist das Geburtsland der modernen Craft-Bierszene. Gemeinsam mit meiner Schwester fahre ich von San Francisco über Los Angeles, San Diego, Las Vegas, Grand Canyon und über den Yosemite Park zurück. Brauerei-Touren bei kalifornischen Klassikern wie Anchor Brewing, Firestone Walker, Stone Brewing, Sierra Nevada, Russian River usw. sind bereits eingeplant. Vielmehr freue ich mich aber auch über viele neue kleine Braustätten und coole Brewpubs entlang des Highway Number One, der Route 66 und den den vielen Nebenstraßen in Kalifornien, Nevada und Arizona zu entdecken.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr unseren Trip über Instagram und Facebook verfolgen.

In diesem Sinne, gute Zeit und bis bald!

Eure Mareike

Lagunitas Brewing: Maximus Ale – Fruchtbombe für Mutti

Maximus Ale von Lagunitas Brewing aus Kalifornien
Maximus Ale von Lagunitas Brewing aus Kalifornien

Wenn Mutter und Schwester zu Besuch kommen, dann muss ich schon was ganz Besonderes auftischen. Also wählte ich das „Maximus Ale“ von der kalifornischen Lagunitas Brewing aus Petaluma – ein Double IPA mit 8,2 Prozent Umdrehungen.

Wir drei begutachten die Farbe. Attraktiv leuchtet das Ale in einem Bernsteinton mit feinporigem Schaum im Glas. Ein kräftiges Bukett mit Waldhonig, Aprikose und Pfirsich strömt in die Nasen. Im Mund dann eine echte Wucht. Vollmundig breiten sich Aromen von Waldhonig, gelben Steinfrüchten, ein wenig Mango und einem Hauch Zitrus, vermählt mit Waldbeeren aus. Im Abgang dominiert der Malzkörper. Maximus Ale verabschiedet sich brotig mit wenig Hopfenbittere. Doch angeblich soll es 72 Bittereinheiten besitzen.

Fazit: Ein absolut rundes Ale, bei dem sich der starke Alkoholgehalt eher im Hintergrund versteckt. Es reichte, um der Familie einen kurzen aber fruchtigen Gaumenschmaus nach der Brotzeit zu bescheren. Mir fehlte für ein IPA leider etwas die Bittere. Vor allem, wenn mehr als 70 angekündigt werden.

Port Brewing Hop 15: Uriges Hopfenmonster aus Kalifornien  

Hop15 von Port Brewing aus Kalifiornien
Hop15 von Port Brewing aus Kalifiornien

Wenn eine Brauerei ein IPA mit 15 verschiedenen Hopfensorten braut, dann darf man eine ungewöhnliche Geschmacksodyssee erwarten. Gewagt hat dieses Abenteuer die 2006 gegründete Port Brewing Company im kalifornischen San Marcos, nördlich von San Diego.

Dieses Double IPA duftet nicht nur nach den bei West-Coast- Brauereien gewohnten Tropenfrüchten, sondern wie eine ganze karibische Insel: Neben allen erdenklichen Zitrusfrüchten bricht auch Ananas, Mango, Maracuja, Grapefruit, Pinie und Blutorange durch. Das „Hop 15“ ist ein echtes Killer-IPA, das trotz einer unüberschaubaren Hopfenvielfalt absolut ausbalanciert über den Gaumen rauscht. Über eine solche Komplexität verfügen nicht viele Craft-Biere auf diesem Planeten. Trotz des monströsen Hopfeneinsatzes ist dieses Double IPA aber keineswegs zu bitter.

Das Farbspiel im Glas erinnert mich an einen grandiosen Sonnenuntergang, den ich vor ein paar Jahren an der Westküste von Martinique erlebt habe. Der zehn-prozentige Alkohol schafft eine geradezu ölige Textur, in der geschmacklich neben einem tropischen Fruchtcocktail auch Pinie, Honig und Büffelgras eine Rolle spielen. Die Hopfen-Aromen bleiben in all ihren Schattierungen noch lange im Mund zurück.

Mein Fazit: Auch wenn ein kalifornischer Charakter dominiert, so symbolisiert das „Hop 15“ ein nicht ganz typisches West-Coast-IPA. Keine Frage, es ist ein außergewöhnlicher Tropfen, den uns Port Brewing da präsentiert. Aber etwas weniger Alkoholgehalt könnte diesem Ale nicht schaden, ihm sogar etwas mehr Harmonie geben. Ich bin mir sicher, dass dieses Bier mit zwei, drei Umdrehungen weniger sogar noch besser schmecken würde. Aber: Eingefleischte Hop-Heads sollten dieses sanfte, süffige und ungewöhnliche Hopfenmonster dennoch unbedingt mal probiert haben.