Braubox: Eigenes Craft-Bier für Anfänger

Die Besserbrauer
Die Besserbrauer

Jörg Iversen und Kathy Gabel wollen jedem das Bierbrauen auch in der kleinsten Wohnungsküche ermöglichen. Deshalb gründeten die beiden Hamburger, die eigentlich in der Medienbranche tätig sind, die Besserbrauer. Egal ob Pale Ale, Chocolate Stout oder klassisches Helles – mit ihrer entwickelten „Braubox“ können Brau-Neulinge wohl ganz einfach ihr eigenes Bier herstellen. „Aktuell entwickeln wir auch ein IPA und ein Bock“, sagt Kathy Gabel. Doch bis die Ergebnisse als Malzpakete in die Box wandern, testet erst ein Braumeister das fertige Produkt.

Ursprünglich experimentierten die Hanseaten mit einem 30 Liter Sud. Doch schnell brachen sie die Menge auf fünf Liter runter, um das ganze Spektakel überhaupt im Kochtopf veranstalten zu können. Nebst junge Männern, Vätern und Paaren, die ein gemeinsames Hobby suchen, tauchen wohl auch immer wieder mal Frauen unter den Kunden auf. Im Set erhalten Genießer für rund 75 Euro nicht nur eine ausführliche Anleitung und alle benötigten Zutaten, wie Hopfen, Malz und Hefe, sondern auch Thermometer, Gärflasche, Bierpumpe mit Schlauch und Klemme zum Abfüllen sowie Reinigungsmittel.

Die Braubox
Die Braubox

Fazit: Ich habe die Box zwar selbst nicht ausprobiert, aber es könnte meiner Meinung nach ein tolles Einsteigerprodukt werden. Mit Anleitung nebst Utensilien brauchen Brau-Interessierte nicht gleich ein großes, kostenintensives Brauset kaufen. Allerdings erzielt man nur rund vier Liter frisches Bier. Zum Testen völlig ok, aber 12 Flaschen sind doch sehr schnell verschenkt und genossen…

Übrigens: Seit kurzem bieten die Hamburger auch mit Ratsherrn einen echten Braukurs an: „Besser brauen im Alten Mädchen“. Die Brauschritte sind mit einem 5-Gänge Menü kombiniert.

Erhältlich unter: http://besserbrauer.de/

Mein Craft-Bier des Monats: Meikis First Berserker IPA von Feiner Hopfen

Berserker IPA
Berserker IPA

Eigenlob stinkt bekanntlich. Aber: Da war er, dieser magische Moment. Nach sechs Wochen Lagerung stand endlich mein selbstgebrautes Geburtstags-IPA trinkbereit vor mir. Ein unbeschreiblicher Nervenkitzel! Ich öffnete den Bügelverschluss. Das Zischen der Kohlensäure zauberte mir bereits ein erstes Lächeln ins Gesicht. Langsam gieße ich das tiefbernsteinfarbene Ale in das Verkostungsglas. Ein weißer, grobporiger Schaum thront auf dem Bier, wie Schnee auf dem Kilimandscharo. Wow, in die Nase fluten fruchtige Aromen von Grapefruit, Mango und Aprikose. Und als der erste Schluck über meine Lippen floss, war ich schon verliebt. Ein tropischer Fruchtcocktail umschlingt meine Zunge: Grapefruit, Pfirsich, Litschi, weißen Trauben und Maracuja paaren sich harmonisch mit feiner Malzsüße. Die Carbonisierung ist zwar etwas schwach, reicht aber vollkommen um das IPA auch erfrischend zu gestalten. Das lange Finish ist von einer kräftigen, aber sehr angenehmen Bittere begleitet.

  • Bierstil: India Pale Ale
  • Brauerei: Homebrew Feiner Hopfen
  • Alkoholgehalt: zwischen fünf und sechs Prozent
  • Stammwürze: ca. 14,5 ° Plato
  • Farbe: Bernstein
  • Schaum: grobporig
  • Bittere: geschätzte 60 IBU
  • Hopfen: Amarillo, Cascade, Centennial und Nelson Sauvin
  • Malz: Pale Ale Mischung

Fazit: Was für ein wahnsinniges Gefühl, der Genuss des eigenen Bieres! Eine Symphonie von Aromen, die durch eine Kombination einiger meiner Lieblingshopfen erst den besonderen Sound bekam. Liebe Craft-Brauer, ich kann die pure Lust an eurem Beruf jetzt noch besser nachvollziehen. Nachdem mein erster Brauversuch im Frühjahr nicht gerade eine Offenbarung war, dachte ich anfangs, der neue Sud ginge wieder schief. Zwei Wochen nach dem Brauen probierte ich schon mal eine Flasche. Shit, dachte ich, der Duft ist OK, aber wo bleibt denn die Kohlensäure? Daran merke ich, wie wichtig wirklich eine längere Lagerung und vor allem Geduld sind. Ich würde euch gerne alle probieren lassen, allerdings habe ich dafür leider zu wenige Flaschen…

Und: Großes Dankeschön an meine geliebte Schwester Elena für den Entwurf des geilen Berserker-Etiketts!

Homebrew: Mein eigenes Geburtstagsbier

Das Brauset
Das Brauset

Da ich Mitte Oktober Geburtstag habe, war das vergangenes Wochenende ein guter Zeitpunkt um den zweiten Versuch eines Homebrews zu starten. So kann ich, wenn alles funktioniert hat, zu meiner Feier hauseigenes Craft-Bier ausschenken. Gibt’s was Geileres?

Mein erster Sud, den ich kurz nach Weihnachten braute, war leider alles andere als perfekt. Ich kaufte mir einige Ratgeber-Bücher zum Thema Bierbrauen und stürzte mich in ein spannendes Abenteuer. Alles, was an Aromahopfen verfügbar war, habe ich in den Sud gepackt. Das Bier roch zwar so intensiv wie ein ganzes Hopfenfeld, aber der Geschmack war eindeutig zu aggressiv. Als rekordverdächtig ließen sich wohl die IBU-Werte bezeichnen, aber die gewünschte Schaumkrone versteckte sich unter einer nahezu öligen Struktur. Auch die Hefe war nicht richtig angegangen. Dass war eine spezielle Erfahrung, aber auch ein Lehrstück über die angebotene Fachliteratur. Für das Brauen von Craft-Bier gibt es nur wenig konkrete und meist nur verwirrende Ratschläge. Obendrein steht  in jedem Buch irgendetwas anderes.

Beim Maischerühren nebenbei ein gutes Gläschen Craft-Bier
Beim Maischerühren nebenbei ein gutes Gläschen Craft-Bier

Ich schwor mir, dass so etwas nicht wieder passiert. Deswegen holte ich mir für meinen neuen Sud den Rat bekannter Craft-Brauer ein. Am Samstag wagte ich mich dann wieder mutig an die Kessel. Nach einem stärkenden Mittagessen setzte ich die Maische bei 53 Grad an. Dafür hatte ich eine 4,5 Kilogramm Pale Ale Malzmischung. In unterschiedlichen Zeitabständen steigerte ich nach und nach die Temperatur und hielt die Rasten ganz brav ein. Klar, bei permanentem Rühren. Die Maische sollte ja nicht anbrennen. Wie das duftete! Herrlich! Stunden später trennte ich die Maische von der Würze, auch Läutern genannt. Bevor es zum nächsten Schritt ging habe ich die Vorderwürze gemessen: 12 Prozent.

 

Lecker, wie das duftet!
Lecker, wie das duftet!

Das war doch alles schon mal nicht verkehrt. Jetzt kam das Hopfenkochen. Ich heizte die Würze auf 100 Grad. Erst als der Sud wallend kochte, gab ich die erste Hopfenportion hinein. Meine Sorten: Cascade, Centennial und Amarillo. 90 Minuten köchelte das Fast-Bier vor sich hin. Kurz vor Ende gab ich die zweite Ladung Hopfen dazu und knapp vor Schluss den Rest. Super, was aus der grünlichen Flüssigkeit schon für Aromen strömten. Hypnotisiert von dem Duft bereitete ich die Kühlspindel vor um den Sud auf 20 Grad abzukühlen um die bereits angesetzte Flüssighefe „WYeast“ einzurühren. Aktuelle Stammwürze: 14,5 Prozent. Hefe rein, kräftig rühren und im warmen Raum stehen lassen. Fertig!

Tatsächlich, es gärt!
Tatsächlich, es gärt!

Sonntagmorgen konnte ich meine Neugier nicht bremsen. Ich eilte in den Keller und schaute in den Kessel. Ein wunderschöner Schaum hat sich bereits auf der Oberfläche abgesetzt. Yuhu, die Hefe ist angegangen. Wenn die Hauptgärung nach einigen Tagen abgeschlossen ist, setze ich noch einen drauf: Gestopft wird mit neuseeländischen Nelson Sauvin Hopfendolden. Sie sollen meinem IPA noch den letzten geschmacklichen Kick geben. Dann steht meinem Geburtstagsbier hoffentlich nichts mehr im Weg!