Neuer World-Champion der Biersommeliers: „Ein richtig gutes Bier muss bei mir echte Wow-Effekte auslösen“

Die 70 besten internationalen Biersommeliers kämpften gestern in München um den Weltmeistertitel. Nur einer überzeugte durch Bierwissen und Präsentationstalent: Der 32-jährige Stephan Hilbrandt, ein Informatiker aus Bonn. Ein Exklusiv-Gespräch mit dem frisch gekürten Weltmeister. Weiterlesen „Neuer World-Champion der Biersommeliers: „Ein richtig gutes Bier muss bei mir echte Wow-Effekte auslösen““

Israel Boutique Beer: Mit Oliver Wesseloh im Heiligen Land

Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man mit dem Weltmeister der Biersommeliers eine Craft-Bier-Tour durch Israel macht. Wenn der Champion auch noch Oliver Wesseloh heißt, kommt zu hohem Genuss auch noch eine Menge Spaß.

Der Spaß im heiligen Land scheint mittlerweile vorbei zu sein, nachdem nicht nur der Flughafen von Tel Aviv, auf dem wir landeten und abflogen, sondern auch Tel Aviv und Jerusalem unter Beschuss von palästinensischen Raketen liegen. All dies Gerangel um Land und Macht scheint die israelischen Brauer nicht von ihren Zielen abzubringen. Im heiligen Land entsteht derzeit ein spannender Craft-Bier-Markt – und das, obwohl die Einheimischen kaum Alkohol trinken, und die Produktion wahnsinnig teuer ist: Für ein Liter Bier müssen die Brauer umgerechnet einen Euro Steuern blechen. Israelische Brauer sind also besonders ehrgeizig. Inzwischen gibt es rund 20 Mikrobrauereien, die oft die deutsche Biernation als Vorbild sehen.

Ich möchte euch heute die spannendsten Stationen des Bier-Tripps vorstellen. Zusammen mit Oliver Wesseloh, und einem handverlesenen Kreis von Journalisten habe ich Kibbuze im hohen Norden besucht, wilde Brauertypen aus den Golan-Höhen kennen gelernt, einen Bierbasar auf dem Carmel-Markt besucht, war im Kultrestaurant „Uri Buri“ zu einem ungewöhnlichen Dinner eingeladen und habe bei über 30 Grad und trockener Zunge an der Klagemauer ausgeharrt. Henriette Pansold vom israelischen Verkehrsbüro in Berlin hatte ein starkes Programm erarbeitet und obwohl keine Craft-Bier-Expertin nach eigenen Worten in diesen Tagen mehr Bier genossen als je zuvor. Da es absolut den Rahmen sprengen würde, alle Israel-Ales, alle Brauereien, alle Typen und alle geilen Bier-Bars, die wir in einer Woche entdeckt haben, hier vorzustellen, möchte ich Euch meine Impressionen über eine Bildershow vermitteln: Die besten Brauer, Biere, Kneipen sowie die schönsten Impressionen:

 Die besten Brauer:

 

 

 Die besten Biere:

Die besten Kneipen:

Die besten Impressionen:

Uri Buri
Uri Buri
Tel Aviv
Tel Aviv
Carmel Market
Carmel Market

Mein Craft-Bier des Monats: „Shipas“ – das tropische Fruchtfeuerwerk

Craft-Bier des Monats: Shipas
Craft-Bier des Monats: Shipas

Im April habe ich ein paar wirklich erstklassige Biere getrunken. Umso schwerer fiel es mir diesmal, mein Craft-Bier des Monats auszuwählen. Aber nach der Qual der Wahl musste ich mich schließlich entscheiden. Zum Craft-Bier des Monats April küre ich das „Shipas“ von den Hamburger Brauern der Kreativbrauerei Kehrwieder. Die Gypsies Oliver Wesseloh und Friedrich Matthies brauten das Single Hop IPA mit Simcoe Hopfen im dänischen Fanø Bryghus – und machten daraus einen ganz besonderen Göttertrunk.

 

Wichtige Fakten zum Bier:

  • Bierstil: India Pale Ale
  • Brauerei: Kreativbrauerei Kehrwieder im Fanø Bryghus, Dänemark
  • Alkoholgehalt: 7,5 Prozent
  • Stammwürze: 16,8 Prozent
  • Farbe: bernstein
  • Schaum: Feinporig, instabil
  • Bittere: 65 IBU
  • Hopfen: Simcoe
  • Malz: Wiener Malz
  • Hefe: Ale-Hefe

Das optisch attraktive „Shipas“ knallt mir intensive Fruchtnoten von Maracuja, Ananas und Pfirsich in die Nase, die von feinem Karamell und einem leicht würzigen Touch begleitet werden. Aber wie entwickelt sich der Simcoe Hopfen, der zu meinen Lieblingssorten zählt, im Geschmack?  Wie vermutet – im Antrunk schleicht sich eine feine, malzige Süße über die Lippen, dann bricht der Simcoe-Vulkan aus: Grapefruit, Pfirsich, Maracuja und Litschi umschmeicheln vollmundig Zunge und Gaumen. Durch das lebhafte Prickeln der Kohlensäure bleibt das IPA bis zum letzten Schluck erfrischend und süffig. Im Abgang charakterisiert sich das Bier noch durch eine florale Note, gepaart mit einer kräftigen und genussvollen Bittere. Das Fruchtbukett bleibt noch lange im Mund zurück. Wahnsinn! Hätte ich eine zweite Flasche im Kühlschrank gehabt, hätte ich diese gerne noch niedergemacht.