Deutschlands Top-Brauer: Lorenz Birnkammer von Aldersbacher – „Ein guter Craft-Brauer muss seine Rohstoffe kennen“

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Lorenz Birnkammer, 1. Braumeister der Brauerei Aldersbacher, beim Zwickeln eines Barley Wines

Die Klosterbrauerei Aldersbacher feiert gerade ihren 750. Geburtstag. Damit ist die niederbayerische Braustätte eine der ältesten der Welt. Aber was wohl die wenigsten wissen: Sie ist auch ein kreativer Craft-Lieferant. Verantwortlich für moderne Biere in den heiligen Gemäuern ist der erste Braumeister Lorenz Birnkammer. Neben Weißbier, Bock und Hellem entwickelt er mit seinen Kollegen auch hervorragende India Pale Ales, Chocolate Stouts und Barley Wines.

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Ein richtig guter Craft-Brauer ist für mich jemand, der seine Rohstoffe kennt und weiß in welcher Konstellation sie miteinander harmonieren. Er muss seinen Beruf absolut lieben – denn nur dann produziert er Spitzenprodukte.

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Ein außergewöhnliches Bier erschlägt mich beim Genuss nicht von einer einzigen Zutat wie z.B. Hopfen. Es muss komplex sein und den Trinker im positiven Sinne zum Nachdenken anregen. Das Bier muss die Handschrift des Brauers besitzen und Wiedererkennungswert haben.

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Mein „schrägstes Bier“ war ein Märzen, das ich beim Umbau in den alten Kellern für die Landesausstellung gefunden habe. Es war originalverschlossen und mehr als 30 Jahre alt. Es war noch trinkbar, schmeckte dann aber doch irgendwie ziemlich „schräg“.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdest Du gern einmal brauen?

Mein Vater ist Hobby-Imker. Darum würde ich gerne mit ihm mal ein Honig-„Bier“ einbrauen –  natürlich mit seinem Honig.

Was ist Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Mein Lieblingsgericht ist eigentlich Salat in allen Variationen – dazu trinke ich sehr gerne unser Aldersbacher Freiherrn Pils. Seit meinem Amtsantritt als 1. Braumeister in Aldersbach stopfe ich dieses Pils mit Saphir – ich finde das Bier harmoniert wunderbar mit Salat.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Die Craftbier-Szene tut der gesamten Brauwirtschaft enorm gut. Die Leute lernen das Produkt Bier dadurch besser kennen und lieben. Durch Craftbier-Festivals, Craftbier-Lokale etc. ist eine richtige Szene entstanden, die ich in Zukunft als großen Markt und Chance sehe. Ein Craft-Bierbrauer, der sich bemüht, über Know-How verfügt und liebt was er tut, wird sich immer irgendwie durchsetzen können.

Und was hast Du als nächstes vor?

Ziemlich viel,  bei uns beginnt jetzt einerseits die Saison mit mehreren Volksfesten und andererseits stürzen wir uns in der Schaubrauerei auch mal auf das Thema Oak-Aged Biere in Sherry- und Whiskyfässern. Das sind Spezial-Aufträge für Kunden.

 

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