Smash Brewing Project: Retro-Lager nach uralter Rezeptur

Smash HerbipolisChris Sullivan kommt eigentlich aus Vancouver, Washington. Die vergangenen Jahre arbeitete der US-Amerikaner erst als Braumeister bei Maisel & Friends in Bayreuth. Dort war er unter anderem Rezeptgeber für das bekannte Citrilla. Dann war er bei Stone Brewing. Jetzt mischt Chris mit seiner eigenen Marke „Smash Brewing Project“ den deutschen Biermarkt auf. Sein erstes Werk heißt „Herbipolis“ (Kräuterstadt), das war der mittelalterliche Name seiner momentanen Heimatstadt Würzburg. Gebraut hat Chris, der hauptberuflich als Projektmanager bei einer Brautechnologie-Firma arbeitet, sein sogenanntes „Retro Lager“ in der Privatbrauerei Raab im fränkischen Hofheim.

Was aber soll genau ein Retro Lager sein? Der Brauer will zeigen, wie ein Lager früher ausgesehen und geschmeckt hat, bevor dieser Bierstil mit Farbe und Geschmacksbild von Marketingleuten entworfen wurde. Ein Interview dazu findet ihr bei meinen Kollegen von „Craftbeer Revolution“. Das 4,8-prozentige „Herbipolis“ strahlt mit einer sonnengelben Farbe – für herkömmliche Biertrinker sicherlich ungewöhnlich – durch das Glas, getoppt von feinporigem, schneeweißen Schaum. In die Nase strömen appetitliche, blumige und würzige Aromen des verwendeten Tettnanger Hopfens. Hinzu kommt ein angenehmes Malzbukett, dass dezent an Weißbrot erinnert.

Schon beim Antrunk merke ich, dass dieses Bier aromatischer und anders daher kommt als herkömmliche Lager. „Herbipolis“ präsentiert sich frisch am Gaumen mit einer leichten Malzigkeit und einem zurückhaltenden Zitrus-Ton. Die 35 Bittereinheiten sind im Abgang dezent wahrnehmbar, aber stiltypisch nicht zu dominant.

Fazit: Erst einmal ein großes Kompliment an Chris für seine Transparenz. Und leider noch eine Ausnahme in den Weiten der Craft-Landschaft: Auf dem Etikett steht nicht nur die Hopfensorte, sondern namentlich auch das verwendete Malz und die Hefe. Sogar das benutzte Brauwasser mit dessen Härtegrad ist aufgeführt. Aromatisch zeigt das Retro-Lager nicht unbedingt eine Geschmackexplosion, dafür ist es aber sehr gut trinkbar und für mich das ideale Bier zur Brotzeit.

 

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