Budweiser Budvar: Tschechische Traditionsbrauerei präsentiert sich mit neuem Markenauftritt

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Tschechische Bierkultur zählt zu den beliebtesten und bedeutendsten der Welt. So sind unsere Nachbarn im Südosten mit rund 140 Litern pro Kopf auch echte Spitzenreiter was den Bierkonsum angeht. Mehr als 400 Brauereien produzieren in Tschechien über 20 Millionen Hektoliter Bier im Jahr. Eine der bekanntesten Traditionsbraustätten ist Budweiser Budvar in České Budějovice (Budweis), die 1895 von Bürgern als Aktiengesellschaft gegründet wurde, seit 1947 als staatlicher Betrieb fungiert und heute beweist, dass auch 125 Jahre alte Brauereien immer wieder Neues wagen können, ohne ihre Tradition zu vergessen.

Aber nicht nur die Qualität des Bieres, auch der Markenauftritt entscheidet heute über Erfolg oder Misserfolg einer Brauerei. So wundert kaum, dass sich Budweiser Budvar jetzt innovativ in neuem Gewand präsentiert. Das Design wirkt nun aufgeräumter und klarer strukturiert. Das Logo, das als Herz der Marke gilt, wurde angepasst und kommt vor allem zum Einsatz, wenn der Konsument mit dem Produkt in Kontakt tritt – also auf Kommunikationskanälen wie Print und Online sowie auf Gläsern, Flaschen, Dosen und Werbemitteln. Zudem wird das Hauptlogo durch das Budweiser Siegel als unterstützendes Detail verstärkt ergänzt. Das Siegel ist eine Anlehnung an das historische Stadtwappen von Budweis. Entscheidend beim ansprechenden Markenauftritt ist künftig aber auch der Claim „Greetings from the Republic of Beer“, womit die Macher von Budweiser Budvar die Markenposition als einzige Staatsbrauerei der Tschechischen Republik untermauern wollen.

Trotz innovativer Veränderungen geht der Wiedererkennungswert der Marke keinesfalls verloren. So steht auf Dosen und Flaschen nach wie vor „Original Czech Lager“. Auch die Farbgebung mit Rot, Weiß und Gold bleibt bestehen. Das Halsetikett der Flasche wurde durch ein nachhaltiges Papieretikett anstatt wie bisher aus Stanniol ersetzt. Besonders wichtig sind für das Budweiser-Team auch die eingesetzten Rohstoffe ihres „Tschechischen Lager“, das mit 12° Stammwürze als Referenz für den Bierstil gilt. An prominenter Stelle wird daher auf die ausgewählten Zutaten hingewiesen, was der Konsument heute von einem Spitzenprodukt erwartet. Schließlich stammt das Wasser aus einem 300 Meter tiefen Brunnen, das bereits den gewünschten Härtgrad mit sich bringt und keinerlei Aufbereitung benötigt. Das Malz kommt aus der Region Mähren und bei den gepressten Hopfendolden handelt es sich um die tschechische Sorte Saazer. Also: ein absolut regionales Produkt, das seine Authentizität auch mit neuem Auftritt beibehält.

Hanscraft & Co: Yakima-Valley versus Tschechien

„Split Decisions“ geht in die zweite Runde: Hans Christian Müller von Hanscraft & Co. aus Niedernberg bei Aschaffenburg legte bereits im Frühjahr zwei Biere auf, für die er den Sud teilte und mit unterschiedlichen Hopfensorten aus jeweils anderen Regionen braute. Bei den neuen Spezialitäten handelt es sich um zwei Double Dry Hopped Pales Ales mit 6,3 Prozent Alkohol. Das eine wurde mit tschechischen und das andere mit US-amerikanischen Hopfensorten gestopft.

Beide Ales unterscheiden sich kaum in der Farbe. Sie präsentieren sich in einem goldorangefarbenen Ton mit einer üppigen und stabilen feinporigen Schaumkrone. Den Unterschied macht das grüne Gold. So stecken in „Bohemian Crown“ jede Menge Kazbek und Sladek aus Tschechien, die dem vollmundigen Bier einen fruchtigen und blumigen Charakter schenken. Am deutlichsten dringen beim Bukett und auf der Zunge schmeichelhafte Zitrusnoten durch. Eine sanfte Herbe begleitet das Finish.

Die US-Version ist mit den Sorten Simcoe, Mosaic und Citra gebraut und duftet hopfig-grasig, zart würzig sowie nach reifer Mango. Das Ale fließt süßlich über die Lippen bis es sich mit einer moderaten Kohlensäure und fruchtigen Noten von Mango und Zitrus ausbreitet. Auch hier verabschiedet sich das Bier mit einer angenehmen Herbe.

Fazit: Beide Ales sind rund und harmonisch. Bei der tschechischen Version handelt es sich eher um ein dezentes Aromaspiel, während sich die US-Hops erheblich kräftiger präsentieren. Ich finde beide Biere gelungen und würde sie wieder ins Glas schenken. Auf einen Favoriten möchte ich mich daher nicht festlegen.