Hopfengut No. 20: Melonen-IPA für zarte Zungen

Hopfengut No. 20 - Melon IPA
Hopfengut No. 20 – Melon IPA

Momentan entstehen fast jede Woche neue Craft-Projekte mit ganz unterschiedlichen Qualitäten. Ob alle neuen Biere etwas taugen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedenfalls habe ich mir mal ein paar Flaschen aus dem erst im Juni eröffneten Hopfengut No. 20 aus Tettnang bestellt. Und die Craft-Brauer dort können sich mit ihren Kreationen wahrlich sehen lassen. Nicht nur optisch. Das Macher-Dreiergespann aus Lukas Locher, Fritz Tauscher und Charlotte Müller bildet eine gute Kombination für eine neue Brauerei. Lukas ist Hopfenbauer, Fritz der Braumeister und Charlotte die Koordinatorin des Start-Ups. Beste Zutaten zeigen sich auch in den Bieren. Kürzlich probierte ich ihr „Melon IPA“,  gebraut mit Cascade, Melon und, klar: Tettnanger Hopfen.

Im Glas leuchtet es bernsteinfarben mit einem kräftigen und stabilen Schaum. In die Nase dringen unerwartet zuerst Aromen von roten Beeren, bis die zarte Honigmelone sich wenig später durchkämpft. Der Gaumen wird vollmundig von der Melone aber auch süßlich von Himbeeren, Brombeeren und etwas Zitrusfrüchten wie Grapefruit und Limone verwöhnt. Lange bleiben würzige, dezent bittere Noten im Mund zurück. Macht Lust auf einen weiter Schluck.

Fazit: Neue Brauerei mit viel Potential! Zwar habe ich bisher nur das eine Bier verkostet, doch das Melon IPA verspricht viel. Es schmeckt ausgewogen und lässt sich wunderbar genießen. Allerdings könnte es für ein India Pale Ale etwas bittere sein. Doch: zarte Zungen werden es lieben.

Hopfen: Tettnanger Ernte auf Rekordhoch

Hopfendolden
Hopfendolden

Die Ernte des Tettnanger Hopfens war im vergangenen Jahr so hoch, wie seit 15 Jahren nicht. Das gab aktuell der Hopfenpflanzerverband Tettnang bekannt. Insgesamt wurden 40.447 Zentnern (2.022,36 Tonnen) geerntet. Der bisherige Rekord lag 1999 bei 40000 Zentnern.

In Tettnang pflanzen die Hopfenbauern rund 1.220 Hektar. Das sind knapp drei Prozent der weltweiten Anbaufläche. Die Nachfrage sei 2014 sehr gut. Insbesondere liege das Interesse bei den Craft-Brauern.

Der Hopfenverband gab außerdem einen Ausblick für dieses Jahr: Für 2015 verordnet sich die deutsche Hopfenwirtschaft ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept. Für China bereitet der Hopfenverband ein Absatzförderprogramm im Rahmen der geschützten geografischen Angabe vor. Zudem entlasten sinkende Energiepreise wohl die Hopfenproduktion. Aber der beschlossene Mindestlohn bereitet den Bauern Sorgen. Außerdem werde das Grünlandumbruchverbot der Landesregierung in Baden-Württemberg zum Problem. Es begrenze weiteres Wachstum, indem die notwendigen Flächen nicht zur Verfügung stünden.