Störtebeker Braumanufaktur: Alkoholfrei mit ordentlicher Hopfenpower

IMG_20180914_230648_283Es muss nicht immer Alkohol sein. Schon gar nicht an Tagen wie diesen. Gestern habe ich mit meinen Freunden gebührend meinen 33. Geburtstag gefeiert. Heute öffnete ich das neue Störtebeker „Atlantik-Ale Alkoholfrei“. Eingebraut wurde es vom Stralsunder Brau-Team mit 11,7 Prozent Stammwürze und gestopft mit den drei Hopfensorten Cascade, Amarillo und Citra. Laut Störtebeker vereint dieses Bier die erfrischende Herbe der Pilsener-Biere und die leichte Fruchtsüße von Weizenbieren mit den kräftigen Zitrusnoten eines Pale Ales. Schauen wir mal.

In der Farbe zeigt sich das alkoholfreie Ale schon mal sehr attraktiv in einem appetitlichen Orange-Goldton, ein feinporiger, schneeweißer Schaum vollendet das optische Erlebnis. Das Bier duftet fruchtig-hopfig, sodass man auf den ersten Eindruck überhaupt nicht vermuten würde, dass es sich hierbei um ein Alkoholfreies handelt. Zitrusnoten dominieren das Bukett. Auf der Zunge präsentiert sich das Ale angenehm schlank und frisch, ohne auch nur irgendwie wässrig zu wirken. Auch am Gaumen treten deutlich Zitrusaromen hervor. Ein dezentes Malzbett untermauert den Geschmack. Im Finish zeigt sich auch noch eine ordentlich Herbe.

Fazit: Alkoholfreie Biere gehören gerade zu den Megatrends in der Craft-Szene. Sie machen richtig Spaß, munden häufig wie echte Hopfenbomben und dennoch kann man sich anschließend beruhigt ans Steuer setzten. Normalerweise bevorzuge ich zwar Sude mit etwas Power, aber das Störtebeker „Atlantik Ale alkoholfrei“ beweist, dass eine großzügige Hopfenbeigabe so viel rausreißen und ein aromatisches Erlebnis darstellen kann – wenn sie denn wirklich perfekt gemacht sind. Also: Ein cooler Sud von den Stralsundern, nicht nur für Sportler oder Autofahrer, sondern auch für Genießer, die eben mal keinen Alkohol zu sich nehmen wollen. Und selbst Freibeuter wie Klaus Störtebeker würden sich an diesem Sud erfreuen.

Brewheart: Von Ale Capone bis Hop Dylan

IMG_20180929_140111_748Die Gründer der neuen Kreativmarke „Brewheart“ aus Otterfing bei München verbindet offensichtlich eine starke Liebe zur US-amerikanischen Craft-Kultur. Andreas und Roland schätzen besonders die Offenheit, die Begeisterung und die Experimentierfreunde der US-Brauer. Sichtbar bei Markenname und Design ist, dass sich die Bayern für ihr Projekt davon inspirieren lassen. Kürzlich brachten die beiden Bierfans drei Sude mit schicker Aufmachung auf den Markt. Die neue Craft-Marke hat sich nur ein paar Kilometer entfernt in meinem Nachbarort angesiedelt. Da musste ich natürlich gleich den Bestell-Button drücken und die Biere probieren.  Diese Vorstellung ist denn auch wohl eine Prämiere.

„Dr. No“

20180929_130303Fangen wir mal mit dem alkoholärmsten an. „Dr. No“ ist ein orangefarbenes, naturtrübes, alkoholfreies IPA mit feinem bis mittelporigem Schaum-Topping. Gebraut wurde es mit drei Hopfensorten: Hallertauer Perle, Centennial und Lemondrop. Daher duftet es nach Zitrusfrüchten, aber auch dezent nach Honig und Malz. Auf der Zunge zeigt sich ein sanftes Aroma von Orange und Grapefruit, bis sich das Ale mit einem herben Finish verabschiedet. Der typische Anklang der alkoholfreien Noten schwingt sowohl in Bukett, als auch im Geschmack mit.

Fazit: Eine schöne aromatische Erfrischung für Zwischendurch oder auch für Craft-Fans, die ihren Wagen mal neben der Kneipe stehen lassen müssen.

„Ale Capone“

20180929_131644Kräftiger im Alkoholgehalt und auch im Aroma präsentiert sich das 6-prozentige Pale Ale in schöner Süffigkeit. In einem Gelborange schwimmt das Bier im Glas, eine cremiger, schneeweiße Schaumhaube liegt oben auf. Im Duft zeigen sich gleich die verwendeten Hopfensorten Ella, Summit und Saphir mit tropischem sowie blumigem Charakter. Kaum über die Lippen gelaufen, verbreiten sich im Mundraum Aromen von reifer Birne, Zitrus, gelben Steinfrüchten und ein Hauch Banane. Auch hier zeigt sich im Nachhall eine angenehme Bittere.

Fazit: Ein frisches, fruchtiges und sehr harmonisches Pale Ale. Ein Bier mit viel Potential. Da gibt es nichts zu meckern.

„Hop Dylan“

20180929_133457Wie der Name schon verrät, geht es bei dem IPA um Hopfen, um wirklich viel Hopfen. Die Sorten Cascade, Saphir und Hallertauer Perle sind dabei verantwortlich für das Aroma. In einem attraktiven Orangegelb leuchtet das 7-prozentige Ale durchs Glas. Ein cremiger, feinporiger Schaum komplementiert die Optik. Das IPA duftet wie ein frischer Obstsalat: Litschi und Zitrusfrüchte wie Orange sowie Grapefruit vereinen sich. Auf der Zunge dann weich, moussierend, vollmundig. Eine gewisse Malzsüße verschmilzt mit Aromen von gelben Steinfrüchten, Litschi und Zitrus. Im Finish zeigt sich eine deutliche Herbe.

Fazit: Ein prima ausbalanciertes, deftiges IPA mit dominanten Fruchtnoten. Gefällt mir richtig gut!

Brauhaus Nittenau und Kehrwieder Kreativbrauerei: Das perfekte Bier für Autofahrer

 

AlkoholfreiesIPAWer kennt ihn nicht, diesen fast schon traurigen Moment in der Craft-Tanke: Mehr als 200 verschiedenen Biere stehen auf der Karte, Gläser klirren an der Theke und rundherum wird fleißig probiert und philosophiert. Dummerweise ist man selbst mit dem Auto da und dann steht auch noch ein wichtiger Job-Termin an.  Also nuckelt man lange an seinem Glas, bestellt sich dann gegen den Durst noch ein Wasser…

Solche Probleme gehören jetzt der Vergangenheit an:  Aus einer Kooperation zweier Kreativbrauer entstand das wohl erste alkoholfreie India Pale Ale im deutschen Markt. Und ich kann nur eines sagen: Es ist richtig köstlich. Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei in Hamburg und Sebastian Jakob vom Brauhaus Nittenau in der Oberpfalz entwickelten gemeinsam das Rezept. Wesseloh wurde hellhörig, als Jakob im Frühjahr dieses Jahres von einer speziellen Hefe sprach, die den Traum aller Hophead-Autofahrer erfüllen kann. Der Hamburger kontaktierte Studienkollegen an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin. Und tatsächlich, er bekam eine Spezialhefe, die Malzzucker nicht vergären kann.

Ich habe mir das Ergebnis mal genauer angeschaut. „FreIPA – Le Chauffeur“ heißt das alkoholfreie IPA, das mit Simcoe und Mosaic Hopfen im Brauhaus Nittenau aus der Taufe gehoben wurde. Allein der Duft von diesem Ale ist einzigartig. Tropische Aromen von Mango, Maracuja aber auch etwas Grasiges strömen in die Nase. Da zeigen die beiden Sorten mal wieder ihr pures Können. Auf der Zunge breitet sich das Bier erfrischend aus und macht Lust auf mehr. Wieder dringen sehr intensiv die tropischen Aromen durch, kombiniert mit einer dezenten Malznote. Im Abgang schmeckt man eine angenehme Bittere.

Fazit: Eine echte Überraschung! Wer nicht weiß, dass dieses Craftbeer keinen Alkohol hat, würde es auch nicht merken –  allenfalls nach den ersten zehn Flaschen, wenn sich nicht die bekannte Wirkung einstellt. Mich haben die leckeren Hopfennoten überzeugt und ich hoffe, dass es dieses IPA bald in namenhaften Craftbeer-Kneipen gibt. Dann kann man auch mal wieder gelassen mit dem Auto vorfahren.