Wittorfer Brauerei Neumünster: Sommersonne aus der Büchse

Rund 30 Jahre saßen die Neumünsteraner auf dem Trockenen. Doch seit etwa drei Jahren gibt es in der knapp 80.000-Seelen-Stadt endlich wieder eine Brauerei. Die Wittorfer Brauerei Neumünster, um es genau zu sagen. Ich habe mir mal ein paar Sorten bestellt und möchte euch gern eine meiner Favoriten vorstellen. „Treibsand“ heißt das Hazy Juicy Little IPA der Nordlichter. Es besitzt 5,7 Prozent und ist ordentlich gehopft mit Citra und Mosaic.

Schon beim Einschenken geht die Sonne auf. Das Bier strahlt sommerlich in einem satten Gelbton durch das Glas, ein schneeweißer Schaum liegt obenauf. Im Duft zeigen sich Aromen von Mango, Maracuja und Grapefruit. Ich komme mir vor, als würde ich durch eine tropische Obstplantage schlendern. Auf der Zunge breitet sich das Hazy IPA mit einem cremig-weichen Mundgefühl aus. Auch hier zeigen sich die exotischen Fruchtnoten der eingesetzten Hopfensorten. Hinzu kommen ein zarter grasiger und leicht harziger Anklang sowie eine abgerundete Bittere im Finish.

Fazit: Was für ein geiles Bier! Das Little IPA macht einfach Spaß und zaubert gerade bei diesem Corona-Wahnsinn echte Lebensfreude an den Gaumen. Die Gesamtkomposition ist absolut harmonisch. Wenn sich meine aktuellen Biervorräte reduzieren, werde ich ganz sicher noch ein paar Dosen davon bestellen. 

Yankee & Kraut: Tropischer Frühlingstraum

Der Trend zu hazy IPAs reißt nicht ab. Jetzt legen auch Bryan und Max von Yankee & Kraut aus Ingolstadt einen schmackhaften Vertreter vor – und zwar in der Dose. Bei ihrem neuen „Heart Waves“ handelt es sich um ein 6,5-prozentiges Double Dry Hopped IPA mit den Hopfensorten Citra, Mosaic BBC und Ekuanot BBC.

Schon das Knacken der Dose und die Optik des Bieres macht Lust auf mehr. Schenkt man den Sud ins Glas, so scheint die Sonne darin aufzugehen. In einem trüben Gelb strahlt mir das Ale entgegen. Ein tropisch-fruchtiges Bukett mit dominierenden Mango-Noten verführen den Geruchssinn. Dazu gesellen sich Zitrusfrüchte sowie ein blumiger Anklang und ein Hauch von Kräutern. Auf der Zunge setzt sich das Fruchtspiel fort. Neben einer frischen Cremigkeit entfalten sich tropische Aromen von Mango, Maracuja und Ananas, die von einer gewissen Würzigkeit begleitet werden. Im Finish zeigt das IPA noch eine ordentliche Herbe.

Fazit: Ein Bier, wie ich es gerne mag. Beim Genuss dieses IPA merkt man sofort, dass Bryan und Max mal wieder nicht am Hopfen gespart haben. „Heart Waves“ ist ein wunderbar ausbalancierter Sud, mit dem ich mir definitiv noch mal meinen Kühlschrank auffülle. Ein perfekter Trunk für den Frühling.